Hieronymus Bock

Das Leben des Theologen und Botanikers Hieronymus Bock (1498-1554) ist wie sein Kreütterbuch so vielfältig und bunt, dass sich der biographische Abriss mit den botanisch relevanten Stationen begnügen mag. Bereits 1522 war Bock als Lehrer und Botaniker in Zweibrücken beschäftigt. Er erarbeitete sich im Laufe der Zeit eine so große Reputation als Botaniker, dass er selbst in Zeiten der Reformationswirren und unterschiedlicher Beschäftigungs- und Abhängigkeitsverhältnisse seinen naturkundlichen Studien und Exkursionen ohne wesentliche Beeinträchtigung nachgehen konnte. Vier Jahre vor seinem Tod hatte Bock am Saarbrücker Hof mit der Anlage eines Kräutergartens begonnen.

KreütterbuchKreütterbuch

Neben Brunfels und Fuchs gesellt sich Bock als Dritter in die Reihe der „botanischen Väter“. Was die Verbreitung und Beliebtheit seines Pflanzenbuchs angeht, so konnte er seine Vorgänger bei weitem übertreffen. Durch zahlreiche Wanderungen und Reisen hatte sich Bock neben dem Studium der einschlägigen Literatur selbst Wissen über die Beobachtung einheimischer Pflanzen angeeignet. Zutreffende Beschreibungen und Fundortangaben ergänzten erheblich das bisher vorhandene Wissen. Seine humoristischen und bisweilen auch derben Kommentierungen verhalfen seinem in Volkssprache veröffentlichten Kräuterbuch zu einer breiten Popularität.

KreütterbuchKreütterbuch

Dennoch war der Erfolg wesentlich den Zeichnungen des jungen Straßburger Künstlers David Kandel geschuldet, da die erste Ausgabe von Bocks Kräuterbuch aus dem Jahr 1539 unbebildert war und sich nur zögerlich verkaufte. Die zweite Auflage 1546 kam mit 477 Holzschnitten dem Käuferinteresse entgegen: Ein Teil der zahlreichen Abbildungen sind offenbar aus den Herbarien Brunfels‘ oder Fuchs‘ entlehnt, die meisten Darstellungen scheinen aber einem lebenden oder getrockneten Vorbild nachempfunden. Besonderes Amüsement rufen die den Text erläuternden Genreszenen hervor, die gelegentlich auch ins Burleske abgleiten. 1552 wurde das Kräuterbuch ins Lateinische übersetzt. Zahlreiche Nachdrucke folgten.

Literatur:

Hieronymus Bock: Kreütterbuch. Darin underscheidt Namen u. Würckung d. Kreütter, Stauden, Hecken u. Beumen, sampt ihren Früchten, so inn Teutschen Landen wachsen. Straßburg 1580. F. 145 ff.

Karl Eugen Heilmann: Kräuterbücher in Bild und Geschichte. Grünwald/München 1964. S. 31, 156-161.

Claus Nissen: Die botanische Buchillustration. Ihre Geschichte und Bibliographie. 2. Aufl. Stuttgart 1966. S. 51-53.



Universitätsbibliothek Regensburg, 2011