Das Elixier für langes Leben und ewige Jugend

Christrosen mit Beschreibungen

Unter Berufung auf den Herbarius des Paracelsus (1493-1541) wurden die getrockneten Blätter der Christrose als Elixier für langes Leben und ewige Jugend verwendet. Paracelsus weist darauf hin, dass die Blätter verträglicher als das Rhizom seien.1 Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass dieser über viele Jahrhunderte ab dem 60. Lebensjahr konsumierte „Zaubertrank“ nichts anderes enthielt als ein niedrig dosiertes Herzglykosid, dessen Wirkstoff in den Blättern enthalten ist. Heute wird in der Volksmedizin als Geriatrikum oftmals das wirkungs- und strukturverwandte Glykosid des Fingerhuts empfohlen.2

Brunschwygk mag in seinem Destillierbuch auf Paracelsus zurückgreifen , wenn er die Nieswurz zum Erhalt der Gesundheit anpreist: „wurtzelkrutwasser […] ist zů vil kranckheit gůt den leib in gesundtheit zů behalten des alle tag des morgens ein lot nüchtern trinckt vff ein halb oder gantz lot / wan ich hab gesehen ein mann genant clauß holandt zů straßburg von hundert und xxx jaren der was das krut pulvern on alle zůsatz und von dem pulver in größe einer haselnuß vßwendig vff die hand legen leckende darvon / alle zeit in gesuntheit bleib byß vff die zeit seines natürlichen tods.“3


1 Paracelsus führt daneben auch die üblichen offizinellen Verwendungsmöglichkeiten des Helleborus an, wie sie uns aus den anderen Pflanzenbüchern bekannt sind. Vgl. auch Richard Pieper: Volksbotanik. Unsere Pflanzen im Volksgebrauche, in Geschichte und Sage, nebst einer Erklärung ihrer Namen. Gumbinnen 1897. S. 22.

2 Edgarda Künßberg: Die Anwendung von Heilpflanzen zur Zeit des Paracelsus und heute. In: Manuskripte – Thesen- Informationen. Bombastus-Gesellschaft. Heft 7. (1994) S. 4 f.

3 Brunschwig, Hieronymus: Liber de arte distulandi Simplicia et Composita. Das nüv buch der rechten kunst zu distillieren. Ouch von Marsilio Ficino und anderen hochberömpten Ertzte natürliche und gute künst, zu behalten den gesunden leib und zu vertreiben die kranckheiten mit erlengerung des lebens. Straßburg, 1509.128v f.



Universitätsbibliothek Regensburg, 2011