Die Kröte und die Christrose

Nach mittelalterlichem Aberglauben bezog die Kröte (lat. bufo) ihr Kontaktgift von der Christrose, unter der sie sich zu ihrem Schutz versteckt hält. Man versuchte später diesen angenommenen Zusammenhang dadurch zu erklären, dass sich sowohl Hahnenfußgewächse als auch Amphibien gerne in Feuchtgebieten aufhalten. Ferner lade auch die Gattung der Ranunculaceae zu einer Namensanalogie zu lat. rana (Frosch) ein.

Kröten Kröten

Moderne Analysemethoden führten zu einem verblüffendem Ergebnis: Die reizenden Stoffe der Christrose Hellebrigenin und der Kröte Bufotailidin weisen eine vergleichbare chemische Struktur auf. So scheint das kuriose Volkswissen doch über Jahrhunderte hinweg ein Körnchen chemischer Wahrheit beherbergt zu haben.1


1 Rolf Giebelmann, Ludwig von Meyer: Kulturgeschichtliches zu Hahnenfußgewächsen. In: Toxichem+Krimtech 2003 (70,1). S. 58 f.



Universitätsbibliothek Regensburg, 2011