Motiv der Weihnachtskarte 2011

Helleborus niger

Die limitierte Weihnachtskarte der Universitätsbibliothek Regensburg besteht aus einer Doppelkarte mit einer sehr hochwertigen Innenkarte mit einer zusätzlichen Umschlagskarte (transparentes Pergamentpapier), auf der eine historische Abbildung der Christrose zu sehen ist. Ein der Karte beiliegendes 8-seitiges Faltblatt (PDF, 2 Seiten) informiert über die Geschichte der Christrose. Der Weihnachtskarte liegt zusätzlich ein Kuvert im Format B6 bei. Durch das hochwertige Material und die Farbgebung vermittelt die Karte einen festlichen Eindruck, durch das beiliegende Faltblatt wird die Karte zu einer kleinen Jahresgabe.

Die Weihnachtskarte kann an der Ausleihe in der Zentralbibliothek und in der Buchhandlung Dombrowsky (St.-Kassians-Platz 6) erworben werden. Preis/Stück: 4 €.

Die Weihnachtszeit steht an der Universitätsbibliothek Regensburg dieses Jahr im Zeichen der Christrose. Als Motiv für unsere Weihnachtskarte, die Sie auch u. a. in der Zentralbibliothek käuflich erwerben können, haben wir einen kolorierten Kupferstich des Helleborus niger aus dem 18. Jahrhundert gewählt. Diese naturgetreue Abbildung stammt von dem Nürnberger Künstler Georg Wolfgang Knorr (1705-1761) aus dem botanischen Tafelwerk Thesaurus rei herbariae hortensisque universalis1, das ab dem Jahr 1750 in mehreren Lieferungen erschienen ist. Der Text zu den Pflanzendarstellungen wurde von Philipp Friedrich Gmelin und nach dessen Tod von Bose und Georg Rudolph Boehmer verfasst.

Über 300 kolorierte Kupferstiche werden in dem Allgemeinen Blumen-, Kräuter-, Frucht- und Gartenbuch, wie der deutsche Titel lautet, ganzseitig präsentiert. Nissen hält Knorrs botanisches Tafelwerk für „ohne Zweifel das lieblichste der deutschen Blumenbücher.2 Der künstlerische Mehrwert überwiege jedoch den botanischen, da die Auswahl der Motive hauptsächlich nach ästhetischen Kriterien und selbständige Ergänzungen ohne stimmige Gesamtkonzeption getroffen worden seien. Es ist anzunehmen, dass die späten Stiche nicht mehr aus der Nadel Knorrs stammen. Wahrscheinlich wurde die Umsetzung der Vorlagen von Nürnberger Stechern vollendet, mit denen Knorr auch zu Lebzeiten zusammengearbeitet hat.3

Neben dem Regnum Florae hatte Knorr weitere botanische Werke wie Schmidels Icones plantarum et analyses partium und das Blumenzeichenbuch für Frauenzimmer nach Zeichnungen von Gabler und Dietzsch in Kupfer gestochen und verlegt. Sein künstlerischer Werdegang war anfänglich nicht der Flora gewidmet. Nach intensivem Studium naturwissenschaftlicher Literatur arbeitete er an Scheuchzers Physica sacra (1731-1735) mit. Die Illustrationen von weiteren naturkundlichen Tafelwerken, für die er auch einen großen Teil der Vorlagen geschaffen haben dürfte, folgten einer freieren künstlerischen Phase, in der Knorr sein vielfältiges Talent auf Portraits und Landschaftsdarstellungen verlegt hatte.4 Seine Leidenschaft galt ebenfalls der Abbildung von Fossilien, die er selbst sammelte.

Knorr trieb neben seinem Kollegen Christoph Jacob Trew die naturkundliche Buchproduktion in Nürnberg Mitte des 18. Jahrhunderts mit so großem Erfolg voran, dass die Qualität ihrer Druckerzeugnisse noch mehr als 50 Jahre nach dem Tod beider unangefochten war.


1 “Exhibens figuras florum, herbarum, arborum, fruticum, aliarumque plantarum prorsus novas, et ad ipsos delineatas depictasque archetypos nativis coloribus. Atque idiomate tam latino quam germanico describens eorundem partes, formam et habitum, nec non usum in officinis pharmaceuticis, vita communi, et medicina, prout singula haec nova docvit applicata observatio et archetyporum exacta contemplation”. Nebentitel: „Regnum Florae oder das Reich der Blumen mit allen seinen Schönheiten.“ Nürnberg 1750. Vgl. auch Georg A. Pritzel: Thesaurus literaturae botanicae omnium gentium. Mailand 1950. S. 166.

2 Claus Nissen: Die botanische Buchillustration. Ihre Geschichte und Bibliographie. 2. Aufl. Stuttgart 1966. S. 181.

3 Es wären in diesem Zusammenhang Valentin Bischoff, Johann Christoph Claußner, Jakob Andreas Eisenmann, Andreas Hoffer, Johann Christoph Pemsel, Paul Küffner, Gustav Philipp Trautner und Jakob Tyroff zu nennen. Nissen: S. 181.

4 Vgl. Nissen: S. 180 f.



Universitätsbibliothek Regensburg, 2011